TLDR
Shiatsu (japanisch: „Fingerdruck") ist eine manuelle Körpertherapie aus Japan, die auf den Prinzipien der traditionellen chinesischen Medizin basiert. Durch gezielten Druck auf Meridiane und Akupressurpunkte soll der Energiefluss (Qi) im Körper harmonisiert werden. Die Praxis wird auf dem Boden auf einer speziellen Shiatsumatte – klassisch einem Futon – durchgeführt. Eine professionelle Matte ermöglicht auch die Selbstanwendung zu Hause.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Shiatsu?
- Ursprung und Geschichte
- Das Meridiansystem
- Wirkung von Shiatsu
- Die Shiatsumatte
- Ablauf einer Shiatsu-Sitzung
- Shiatsu zu Hause anwenden
- Für wen ist Shiatsu geeignet?
Was ist Shiatsu?
Shiatsu setzt sich aus den japanischen Wörtern „shi" (Finger) und „atsu" (Druck) zusammen. Im Kern ist es eine Körpertherapie, die mit Daumen, Handballen und gelegentlich Ellenbogen auf bestimmte Punkte und Bahnen des Körpers einwirkt.
Shiatsu ist keine Massage im westlichen Sinne. Während klassische Massagen primär auf Muskeln und Gewebe einwirken, zielt Shiatsu auf das energetische System des Körpers – auf Meridiane und die darin fliessende Lebensenergie Qi.
Eine Shiatsu-Sitzung findet bekleidet statt – der Empfänger liegt auf einer Matte auf dem Boden. Es wird kein Öl verwendet.
Ursprung und Geschichte
Shiatsu hat seine Wurzeln in der chinesischen Tuina-Massage und der japanischen Anma-Massage. Als eigenständige Therapieform entwickelte sich Shiatsu zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Japan. Tokujiro Namikoshi gilt als Begründer der modernen Shiatsu-Praxis; er systematisierte die Technik und etablierte sie als anerkannte Therapiemethode in Japan.
1957 wurde Shiatsu vom japanischen Gesundheitsministerium offiziell als eigenständige Therapieform anerkannt. In der Schweiz und Deutschland ist Shiatsu eine weitverbreitete Komplementärtherapie.
Das Meridiansystem
Grundlage von Shiatsu ist das Meridiansystem der traditionellen chinesischen Medizin. Meridiane sind Energiebahnen, die den Körper durchziehen und Organe sowie Körperfunktionen miteinander verbinden.
Entlang dieser Bahnen befinden sich spezifische Tsubo – Akupressurpunkte, an denen die Energie besonders gut beeinflusst werden kann. Im Shiatsu werden diese Punkte mit gezieltem Druck stimuliert.
Das Ziel ist die Harmonisierung des Qi – ein Zustand, in dem Energie weder blockiert (Jitsu) noch geschwächt (Kyo) ist, sondern frei fliesst.
Wirkung von Shiatsu
Shiatsu wird traditionell bei einem breiten Spektrum von Beschwerden angewendet. Aus Sicht der Komplementärmedizin und der Erfahrungen vieler Anwender:
Körperlich:
- Lösung von Verspannungen – besonders im Rücken, Nacken und den Schultern
- Verbesserung der Durchblutung
- Unterstützung bei Kopfschmerzen und Migräne (als Ergänzung)
- Anregung des Lymphsystems
Mental:
- Reduktion von Stress und innerer Unruhe
- Verbesserung der Schlafqualität
- Erdung und Zentrierung
Shiatsu ist keine medizinische Behandlung und ersetzt keine ärztliche Therapie. Alle Aussagen beziehen sich auf traditionellen und komplementärmedizinischen Gebrauch.
Die Shiatsumatte
Klassisch wird Shiatsu auf einem Futon – einer japanischen Bodenmatte – durchgeführt. Der Boden als Unterlage ist dabei kein Zufall: Die feste Unterlage ermöglicht dem Therapeuten, das eigene Körpergewicht dosiert einzusetzen, und gibt dem Körper des Empfängers Stabilität.
Eine professionelle Shiatsumatte unterscheidet sich von einer einfachen Yogamatte in mehreren Punkten:
- Dicke und Dichte: Ausreichend Polsterung für Komfort, aber fest genug für effektive Druckanwendung
- Grösse: Breit genug, damit auch Körperarbeit mit Ausgleichsbewegungen und Dehnungen möglich ist
- Bezug: Abnehmbar und waschbar – ein wichtiges Kriterium für die Hygiene bei regelmässigem Einsatz
Die Bodynova Shiatsumatte 4-lagig im Mana Shop bietet professionelle Qualität für den Heimgebrauch: vier Lagen, abnehmbarer waschbarer Bezug und eine Breite von 100 cm – ausreichend auch für Körpergrössen über 180 cm.
Ablauf einer Shiatsu-Sitzung
Eine klassische Shiatsu-Sitzung dauert 50 bis 60 Minuten:
- Anamnese: Kurzes Gespräch über Beschwerden, Energiezustand und Ziele der Sitzung
- Hara-Diagnose: Abtasten des Bauches (Hara) – im Shiatsu gilt der Bauch als Energiezentrum des Körpers
- Behandlung: Systematische Arbeit entlang der Meridiane in Rücken-, Seiten- und Bauchlage; je nach Bedarf auch sitzend
- Nachruhe: Kurze Stille nach der Behandlung, um die Wirkung zu integrieren
Shiatsu wird bekleidet durchgeführt – bequeme, dehnbare Kleidung ist ideal.
Shiatsu zu Hause anwenden
Einfache Shiatsu-Techniken lassen sich auch ohne Therapeut zu Hause üben:
Selbst-Shiatsu (Do-In):
- Faust bilden und den Rücken der Finger auf der Kopfhaut kreisen lassen
- Mit dem Daumen entlang der Innenseite des Arms von der Achsel bis zum Handgelenk drücken
- Beide Hände auf die Schultern legen und kreisende Druck-Bewegungen ausführen
Die Matte dient dabei als Übungsfläche für Dehnungen und Selbstmassagen – auch für Yoga, Meditation und Qigong geeignet.
Für wen ist Shiatsu geeignet?
Shiatsu ist eine sehr sanfte Therapieform und für nahezu alle Altersgruppen geeignet. Besonders profitieren:
- Menschen mit chronischem Stress und Erschöpfung
- Personen mit Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich
- Schlafgestörte
- Menschen in Phasen der Regeneration
Vorsicht bei: Fieber, akuten Entzündungen, Osteoporose, Tumoren, frischen Verletzungen im Behandlungsbereich und in der Schwangerschaft (ärztliche Rücksprache).

